Maximale Traglast: Schuld

Faces of Humanity
February 26, 2017
Reue und Schuld liegen sehr nah beieinander. Um keine Schuldgefühle zu haben brauchen wir eine Rechtfertigung dafür etwas nicht zu bereuen. Wenn ich mich in einer Situation befinde, in der ich z.B. jemandem hätte helfen können, aber im Nachhinein nicht rechtfertigen kann warum ich ihm nicht geholfen habe, kommt die Reue. Und dann die Schuld. Auf unbewusste Weise wollen sich viele Menschen davor schützen diese negativen Gefühle zu haben. Es entsteht Angst vor Schuld. Sowohl Angst als auch Schuld sind destruktive Energien. Schon seit Ewigkeiten beschäftigt sich der Mensch damit dieser Angst aus dem Weg zu gehen, sie zu meiden,  ignorieren und zu verdrängen. Um verschiedene Trigger-Punkte wird also ein grosser Bogen gegangen, weil wir ja nicht der Schuld gegenüber stehen wollen. Es lassen sich so die abstraktesten Denkkonstrukte und Weltbilder aufbauen, die vor einiger Zeit vielleicht noch für die Mehrheit als abstrakt galten, aber durch Dogmen und systematischer Umerziehung aus dieser besagten Mehrheit eine Minderheit machten.  Es spielt keine Rolle wie realitätsfremd, wie gegensätzlich zur eigentlichen Natur des Menschen; das einzige Weltbild, dass der Mensch, schon immer, annahm, ist das des Ausweichens der Angst vor Schuld. Dafür ist er in der Lage vieles zu opfern, das wissen wir. Die Schuldlast hinter sich herzuziehen wie einen Sack oder vor sich herzuschieben wie einen Karren, ist nur die normale Last, weil er es nicht anders kennt. Daraus lässt sich erkennen, dass die Wissenschaft bis jetzt eigentlich nur den Platz einer Variable eingenommen hat, die sich beliebig auswechseln lässt, solange der Konsens die Konstante “Schuld” beinhaltet. Niemand will Schuld haben, dass Krieg herrscht, die Umwelt unbewohnbar wird oder Leute krank werden und sterben. “Lieber zu viel handeln als zu wenig” heisst es im Kampf gegen den Terrorismus und Überbehandlung der Kranken, egal wie widersprüchlich die Vorgehensweise. Wir wollen nichts bereuen und rechtfertigen diese Aktionen. Somit schliesst sich der Kreis. Doch ist dieser unendlich?
 An sich ist nach der Erkenntnis der eigenen Unschuld der Beginn eines neuen Kreises möglich, bei dem aus dem Gewissen heraus gehandelt wird. Man fühlt sich nur schuldig, wenn man im Glauben ist, etwas sehr schlechtes sehr viel besser gemacht haben zu können. Dies wiederum ist geprägt oder bestimmt von denjenigen, die die Normen und die Wissenschaft als Punkt der Orientierung für Schuld festlegen. Die Konstante “Schuld” gilt es also hierbei zu entfernen und mit “Gewissen” zu ersetzen, denn Gewissen entsteht aus dem Bauchgefühl. Und ein Bauchgefühl ist nichts anderes als die intuitive Gabe die Natur walten zu lassen und Vertrauen in das Leben zu haben.


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